Open Source: eine Definition15.05.2026

Ein zentrales Element von Open Source ist der Kollektivgedanke: Eine Entwickler-Community arbeitet zusammen, um ein Projekt zum Nutzen aller stets zu verbessern und Probleme zu lösen.

Das Besondere: Der Quellcode (also der vom Menschen lesbare Text eines Computerprogramms) ist frei zugänglich und kann bzw. darf von jedem zu (fast) jedem Zweck kopiert, geteilt und genutzt werden. Die eigene Verwendung des Quellcodes ist kostenlos, jedoch wird in aller Regel der Support und das Hosting des Anbieters trotzdem Geld kosten.

Was ist Open-Source-Software (OSS)?15.05.2026

Das macht Open Source zu Open Source:

  • „Die Software muss im Quelltext in verständlicher Form verfügbar sein."
  • „Die Lizenz muss Modifikationen und Weiterentwicklungen zulassen und deren Weitergabe unter denselben Bedingungen erlauben wie die Original-Software."

    Die Weitergabe von verändertem Code muss die Lizenz also zulassen; die Forderung nach einem anderen Namen oder einer anderen Versionsnummer der abgeleiteten Werke ist allerdings völlig in Ordnung.

  • „Die Lizenz darf die Nutzung der Software nicht für bestimmte Zwecke oder Tätigkeiten ausschließen, etwa den Einsatz in Unternehmen."

    Bei keiner Weitergabe der Software dürfen zusätzliche Lizenzen vergeben werden.

  • „Die Lizenz darf nicht davon abhängen, ob die Software Teil einer bestimmten Distribution ist. Sie muss auch dann gelten, wenn das Programm eigenständig verwendet oder zusammen mit anderer Software weiterverarbeitet wird."
  • „Die Lizenz darf keine Einschränkungen für andere Software enthalten, die zusammen mit der lizenzierten Software weitergegeben wird."
  • „Die Lizenz darf die Weitergabe der Software nicht auf eine bestimmte Technologie beschränken."
Worin unterscheiden sich Open-Source-, freie und proprietäre Software?15.05.2026

Der praktische Nutzen steht bei Open Source an erster Stelle. Viele Menschen arbeiten gemeinsam stets an der Verbesserung des Programms. „Hinter dem in den 1980er Jahren entstandenen Begriff ‚Freie Software‘ verbirgt sich zusätzlich eine soziale Bewegung, die sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzt."

„Nach Definition der FSF ist freie Software solche Software, die die Freiheit und Gemeinschaft der NutzerInnen respektiert." In diesem Falle meint ‚frei‘ nicht ‚kostenlos‘, sondern eher Meinungsfreiheit. Generell sind Open-Source-Software und Freie Software das Gleiche, allerdings kann es Unterschiede geben, da die Beweggründe zum Erstellen dieser Software einen anderen Ursprung haben.

Die Nutzung und Weiterverbreitung von proprietärer Software ist dagegen vom Hersteller durch rechtliche Bestimmungen stark eingeschränkt. Den Quellcode kann man nicht einsehen und somit auch nicht verändern oder weitergeben. Zudem ist die Verwendung einer solchen herstellergebundenen Software in den allermeisten Fällen kostenpflichtig. Die Software an sich bleibt im Besitz des Herstellers, welcher das Urheberrecht und somit die vollständige Kontrolle über das Produkt hat; das Nutzungsrecht wird lediglich mit einer Lizenz erteilt.

Was sind die wichtigsten Unterschiede bei Open-Source-Lizenzen?15.05.2026

Alle Open-Source-Lizenzen haben gemein, dass die Lizenznehmer ein Vervielfältigungs- und Verarbeitungsrecht haben. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, welche Anforderungen an die Weiterverbreitung modifizierter Versionen oder abgeleiteter Werke gestellt werden. Die Lizenztypen lassen sich mit dem sogenannten Copyleft-Effekt unterscheiden. Es gibt Lizenzen mit strengem, mit beschränktem und ohne Copyleft-Effekt (Copyleft garantiert, dass jeder Nutzer Rechte hat).

  • Lizenzen mit strengem Copyleft-Effekt: „Lizenznehmer sind verpflichtet, von der ursprünglichen Software abgeleitete Werke ebenfalls nur unter den Bedingungen der Ursprungslizenz weiterzuverarbeiten. Beispiele: GNU General Public License (GPL), Open Software License (OSL)."
  • Lizenzen mit beschränktem Copyleft-Effekt: „Bestimmte Bearbeitungen bzw. abgeleitete Werke sind vom Copyleft-Effekt ausgenommen, müssen also nicht unter die Lizenz des ursprünglichen Werkes gestellt werden. Beispiele: GNU Lesser General Public License (LGPL), Mozilla Public License (MPL)."
  • Lizenzen ohne Copyleft-Effekt („Permissive Licenses"): „Lizenznehmer genießen alle Freiheiten einer Open-Source-Lizenz, müssen aber keine Bedingungen hinsichtlich des zu verwendenden Lizenztyps erfüllen. Veränderte Versionen können somit unter beliebigen Lizenzbedingungen weiterverbreitet werden, etwa auch als proprietäre Software. Beispiele: MIT License, BSD License, Apache License."
Welche Vorteile bietet Open-Source-Software?18.05.2026
  • Keine Abhängigkeit von einem Hersteller
  • Transparenz durch Einblick in den Quellcode
  • Interoperabilität durch offene Standards
  • Software lässt sich flexibel an eigene Bedürfnisse anpassen
  • Zügige und effiziente Fehlerbehebung durch die Community
Last modified: Sunday, 31 May 2026, 5:59 PM